Zürcher Ressourcen Modell im Ablauf
Das Zürcher Ressourcen Modell wurde in den 1990er Jahren von Frau Dr. Maja Storch und Herrn Dr. Frank Krause entwickelt. Es ist ein Selbstmanagement-Training, welches Menschen dabei hilft, immer öfter so zu handeln, wie sie es selbst wollen. Das ZRM beruht auf einem ressourcenorientierten Ansatz. Ausgangspunkt ist hierbei, dass jeder Mensch die meisten Ressourcen, welche er zur Lösung seiner Probleme benötigt, bereits in sich trägt.
Drei Kennzeichen betten das theoretische Modell und das Training, das zusammen mit der Theorie entwickelt wurde, in einen größeren Rahmen ein.
Die Integration im Zürcher Ressourcen Modell findet auf zwei Ebenen statt. Erstens wird eine Verbindung zwischen Forschung und Praxis geschaffen, welche oft nicht hergestellt wird, und zweitens werden in diesem Modell unterschiedliche Theorien und Forschungsstränge vereint. Großen Wert wurde darauf gelegt, dass die verwendeten Theorien empirisch gut belegt sind und sie einen Nutzen für die Praxis erbringen. Im ZRM-Training werden beispielsweise Methoden aus der Psychoanalyse, der Verhaltens- und der Hypnotherapie eingesetzt sowie neurowissenschaftliche Befunde vermittelt.
Im Zürcher Ressourcen Modell wird davon ausgegangen, dass die meisten Ressourcen, welche ein Mensch zur Bewältigung seiner Probleme braucht, in ihm selbst vorhanden sind. Das Zürcher Ressourcen Modell verwendet den Ressourcenbegriff in Anlehnung an neurowissenschaftliche Konzepte. Unter Ressourcen werden neuronale Erregungsmuster verstanden (NervenzellenVerbände), die im Hinblick auf die Bedürfnisse, Absichten und Ziele, unterstützend wirken werden. Im ZRM-Workshop bzw. ZRM-Coaching lernt der Mensch, diese Erregungsmuster bewusst und/oder unbewusst erfolgreich zu aktivieren, was gleich bedeutend damit ist, so zu handeln, sich so zu verhalten, wie der Mensch das wirklich will und der Situation angemessen ist.
Im ZRM-Training wird besonders darauf geachtet, dass die Motivation der Teilnehmenden unterstützt wird, sodass der Lern- und Entwicklungsprozess als lustvoll und belohnend erlebt wird.
Aufbau des Workshops bzw. Seminars
Der sogenannte Rubikon-Prozess beschreibt die verschiedenen Reifestadien, die ein Wunsch auf seinem Werdegang bis zur erfolgreichen Umsetzung durchläuft. Dieser inneren Logik folgt der ZRM-Workshop bzw. das ZRM-Seminar und ist somit stufenweise aufgebaut.
Die einzelnen Phasen des Rubikon-Prozesses:
Phase 1
Hier wird das Thema der Teilnehmer ressourcenorientiert betrachtet und untersucht, in wie weit unbewusste Motive dem bewussten Veränderungswunsch entgegenstehen.
Phase 2
Ist ein Handlungsziel bewusst verfügbar, kann es auch kommuniziert werden und hat sich zum Motiv gewandelt. Auch Motivkonflikte sind in diesem Stadium bewusst geworden und können abgewogen werden.
In Phase 2 wird das Ziel handlungswirksam ausgearbeitet.
Phase 3
Ist der Abwäge- und Suchprozess abgeschlossen und eine eindeutige Intention entstanden, spricht das Modell vom Übergang über den Rubikon. Dieses Stadium ist neben der bewussten Entscheidung für ein Ziel auch durch positive Emotionen und somatische Marker unterstützt.
Um das Ziel zu stabilisieren, wird in Phase 3 das neuronale Netz, welches das Ziel beinhaltet, stabilisiert (gebahnt), indem möglichst viele Ebenen der Informationsspeicherung angesprochen werden. Erinnerungshilfen werden installiert, die vielfäl-tige Sinne ansprechen.
|
Phase 1 |
Phase 2 Motiv Vom Thema zu meinem Haltungsziel. |
Überquerung des Rubikon ![]() |
Phase 3 Intention Vom Ziel zu meinem Ressourcenpool |
Phase 4 Vorbereitung Mit meinen Ressourcen zielgerichtet planen, vordenken und handeln. |
Phase 5 Handlung Integration, Transfer und Abschluss. |
| = unbewusste - Antriebe - Wünsche - Ideen - Fantasien - Visionen Bewusstmach-ung durch die Arbeit mit positiven Fotos.
![]() |
= bewusste Wünsche Ideen Fantasien Visionen Von der Absicht, z.B.: - Lebensfreude - Gelassenheit - Überblick zur Formulierung eines handlungs-wirksamen Haltungsziels. |
|
Sich selbst in die Lage versetzen, dem eigenen Ziel gemäß zu handeln, auch in kritischen und/oder unvorher-sehbaren Situationen. |
|
Phase 4
Hier wird die Wünschbarkeit und Erreichbarkeit des Ziels gestärkt. Die Absicht hat dann aus Sicht der Motivationspsychologie gute Aussichten zur Verwirklichung.
In Phase 4 werden die TeilnehmerInnen auf verschiedene Typen von Situationen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad vorbereitet, die bei der Verwirklichung ihres Ziels auf sie zu kommen werden.
Phase 5
Hier werden die TeilnehmerInnen schließlich auf unterschiedliche Weise stabili-siert, um ihre Ziele und neuen Handlungen auch außerhalb des Workshops durch-halten zu können.
Transfersicherung
Ein Qualitätsmerkmal des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM) ist die Bedeutung, die dem Transfer, also dem nachhaltigen Gelingen im (stürmischen) Alltag, beigemessen wird. „Vorkehrungen“ zur Transfersicherung werden sowohl während des Trainings als auch beim Übergang vom Training in den Alltag ergriffen. Als weitere, dem Transfer dienliche Maßnahme hat sich bewährt, drei bis sechs Monate nach Workshopabschluss eine Follow-up-Veranstaltung durchzuführen.
Die Follow-up-Veranstaltung findet in Absprache mit dem Auftraggeber innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate nach dem Workshop bzw. dem Seminar statt. Dieses Treffen bietet die Möglichkeit, die bis dahin gemachten Erfahrungen auszutauschen, Erfolge zu verstärken und den persönlichen Entwicklungsprozess zu optimieren. Es hat sich gezeigt, dass bei diesen Follow-up-Veranstaltungen insbesondere folgende Punkte zur Sprache kommen:
Zielerweiterung und Zielveränderung,
Erarbeitung zusätzlicher Ziele und zugehöriger Ressourcen,
Optimierung des Ressourceneinsatzes,
Theoretischer Klärungsbedarf.
Im ZRM-Workshop bzw. im ZRM-Seminar oder auch im ZRM- Coaching geht es schlussendlich um Handlungskompetenz und Erweiterung des Handlungsrepertoires. In ihm wird der aktuelle wissenschaftliche Stand optimal berücksichtigt und genutzt – sowohl im Gesamtkonzept als auch in den einzelnen Verfahrensschritten.
Leitung und Umsetzung des Workshops, des Seminars oder Coachings:
Hartmut Neusizter
Kontakdaten:
siehe Impressum
Quelle: Selbstmanagement - ressourcenorientiert; Maja Storch / Frank Krause




